Ingo Senftleben Foto: Christoph Soeder/dpa
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Brandenburgs CDU-Chef schmeißt hin Reaktionen auf Rücktritt von Senftleben

Nach Senftleben-Paukenschlag: Die Grünen sehen eine Kenia-Koalition in Gefahr - und Senftleben-Gegnerin Saskia Ludwig findet nur ein Wort für dessen Rücktritt. 

Potsdam - Die Nachricht vom Rückzug Ingo Senflebens platze am Freitagmittag in das zu Ende gehende erste Sondierungsgespräch zwischen SPD und Grünen in Potsdam. Brandenburgs SPD-Generalsekretär Erik Stohn hat die CDU in einer ersten Stellungnahme dazu aufgerufen, ihre Personalprobleme zu lösen. "Die CDU muss für sich klären, ob sie ein stabiler Partner ist", sagte Stohn am Freitag in Potsdam. "Dieser Prozess ist auch mit einem Rücktritt von Ingo Senftleben nicht abgeschlossen. Ich bin sehr gespannt, was das für Auswirkungen hat und appelliere an die CDU als in den Landtag gewählte demokratische Partei an ihre politische Verantwortung, eine stabile Regierung für Brandenburg zu gründen." Er betonte: "Da muss die CDU ihren Weg finden."

Brandenburgs CDU-Partei- und Fraktionschef Ingo Senftleben will sich nach den heftigen Verlusten bei der Landtagswahl von seinen Spitzenämtern zurückziehen, wie die PNN exklusiv berichteten. Er wird am Dienstag nicht erneut zur Wahl des Fraktionsvorsitzenden antreten. Auch als CDU-Landesvorsitzender wolle er sein Amt zur Verfügung stellen.

Die Grünen ließen sich Zeit mit einer Reaktion, wollten den  angekündigten Rücktritt von Ingo Senftleben nicht sofort kommentieren, sondern verschicken am Freitagnachmittag eine Erklärung. Darin äußern sich die Grünen-Spitzenkandidaten zur Landtagswahl und Mitglieder des bündnisgrünen Sondierungsteams Ursula Nonnemacher und Benjamin Raschke:

"Ingo Senftleben war für uns das Aushängeschild einer liberalen und weltoffenen CDU, mit der wir in den letzten fünf Jahren im Landtag gut zusammen gearbeitet haben. Ehrlich gesagt sind wir ziemlich erschüttert, wie die innerparteilichen Auseinandersetzungen in der CDU laufen und die Partei mit ihrem Spitzenpersonal umgeht", kommentierten die Grünen. 

"Es ist die weltoffene und liberale CDU, mit der wir uns eine Zusammenarbeit in einer Kenia-Koalition als eine von zwei Optionen bislang zumindest vorstellen konnten. Setzt sich jedoch der Siegeszug des rechtskonservativen Flügels um Saskia Ludwig und Frank Bommert fort und bleibt es dort bei Spaltung und Chaos, wäre Kenia für uns erledigt".

Saskia Ludwig zeigt Respekt für Senftlebens Schritt 

Senftleben-Gegnerin Saskia Ludwig kommentierte dessen Rückzug am Freitag mit nur einem Wort: „Respekt!“ Mehr wolle sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht dazu sagen. 
 


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