In Hühner-Mastbetrieben kommen Antibiotika wieder vermehrt zum Einsatz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Brandenburg Mehr Antibiotika bei Masthühnern eingesetzt

Marion Kaufmann
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In der Landwirtschaft werden insgesamt weniger Antibiotika eingesetzt. Eine Ausnahme bilden dabei allerdings Masthühnerbetriebe, auch in Brandenburg.

Potsdam - Der Antibiotikaeinsatz bei Masthühnern in Brandenburg ist weiter steigend. Das hat die rot-rote Landesregierung am Mittwoch bei der Sitzung des Verbraucherschutzausschusses im Landtag bekanntgegeben. Auf Antrag der Grünen legte das Ministerium Zahlen zur Entwicklung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung vor. „Insgesamt ist ein Rückgang beim Antibiotikaeinsatz erkennbar. Dies zeigt, dass die Landwirtschaft den Auftrag zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes angenommen hat“, teilte das Ministerium mit.

Mehr Antibiotika in Brandenburg

Eine Ausnahme bilden die Masthühnerbetriebe. Bereits im vergangenen Jahr sei dort ein Wiederanstieg des Antibiotikaeinsatzes in Brandenburg und Deutschland zu beklagen gewesen. „Diese wenig erfreuliche Entwicklung hält leider an und zeigt, wie schwierig es für eine Branche ist, die sich über Jahre entwickelt hat, sich zu verändern“, so das Ministerium.

Jungclaus: Ohne Antibotika wäre Tiermast in Riesenställen nicht möglich

Das zeige, dass das Antibiotikaminimierungskonzept des Bundes nicht ausreiche, um den Einsatz von Antibiotika in erforderlichem Maße abzusenken, kritisierte der verbraucherpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Michael Jungclaus. „Wir brauchen darüber hinausgehende Maßnahmen“, so Jungclaus. Dazu gehöre eine Abkehr von der bestehenden Haltungsform. „Ohne Antibiotika wäre die Tiermast in Riesenställen gar nicht möglich“, erklärte der Verbraucherpolitiker. Auch das Umweltbundesamt fordert die EU-Mitgliedstaaten in einem heute vorgelegten Gutachten auf, den Antibiotikaeinsatz weiter zu senken.

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