Brandenburg holt im Deutschland-Vergleich bei den verfügbaren Einkommen auf. Foto: DPA
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Bericht zum Tag der Einheit Brandenburg hat jetzt Saarland-Niveau

Markus Geiler

Seit 1990 hat sich die Wirtschaftskraft im Osten vervierfacht. Auch im europäischen Vergleich hat Ostdeutschland weiter aufgeschlossen.

Potsdam - 30 Jahre nach der Wiedervereinigung hat der Osten Deutschlands weiter aufgeholt, wenn auch in kleinen Schritten. Laut dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit liegt die durchschnittliche Wirtschaftskraft der ostdeutschen Bundesländer mit Berlin aktuell bei 79,1 Prozent des gesamtdeutschen Durchschnitts.

Damit habe sich die Wirtschaftskraft im Osten seit 1990 vervierfacht und sei der in vielen französischen Regionen vergleichbar, sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU). Zugleich habe auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer noch kein östliches Flächenland das Niveau des westdeutschen Landes mit der niedrigsten Wirtschaftskraft erreicht.

Brandenburg schließt auf

Bei den verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte haben dagegen Brandenburg und Sachsen mittlerweile zum Niveau des Saarlandes aufgeschlossen. Insgesamt lagen die verfügbaren Haushaltseinkommen im Osten 2018 aber weiterhin nur bei 88,3 Prozent des Bundesdurchschnitts. Zugleich ist die Arbeitslosen- und Armutsrisikoquote in einigen Ost-Ländern und Berlin mittlerweile unter dem Niveau von einzelnen westdeutschen Ländern.

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Die besondere Stärke des Ostens

Auch im europäischen Vergleich hat Ostdeutschland weiter aufgeschlossen. Die Bandbreite reiche von 84 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in Mecklenburg-Vorpommern bis 99 Prozent für die Stadtregion Leipzig.

Eine besondere Stärke des Osten ist laut Wanderwitz das Bildungsniveau der Erwerbsbevölkerung. Auch die Umweltqualität und die Qualität des Wohnens seien heute höher als in den meisten anderen deutschen Regionen. (epd)

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