Der frühere Potsdamer IHK-Chef Victor Stimming (rechts) muss sich wegen Untreue vor Gericht verantworten. Foto: Bernd Settnik/dpa
© Bernd Settnik/dpa

Amtsgericht in Potsdam IHK-Prozess endet erst im neuen Jahr

In dem Strafprozess gegen den früheren IHK-Präsidenten Victor Simming sind neue Termine angesetzt worden. Demnach geht das Verfahren mindestens bis zum 13. März, weitere Prozesstage könnten folgen.

Potsdam - Der Untreueprozess um den früheren Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Victor Stimming, erweist sich als so komplex, dass in diesem Jahr kein Urteil mehr gesprochen wird. Weitere Verhandlungstermine seien bis zum 13. März angesetzt, sagte der Sprecher des Amtsgerichts Potsdam, Wolfgang Peters, den PNN. Es sei aber eher nicht sicher, ob dann ein Urteil falle, wahrscheinlich müssten weitere Termine angesetzt werden.

Es geht um Untreue in drei Fällen

Auftakt für den Prozess war am 2. Mai. Stimming wird Untreue in drei Fällen vorgeworfen. Es geht um eine Reise nach Malta auf Kammerkosten sowie zu Unrecht kassierte Gelder für Aufsichtsratsmandate. Laut Anklage soll Stimming außerdem in seiner eigenen Baufirma in Brandenburg/Havel eine Sekretärin eingesetzt haben, die ihr Gehalt aber von der IHK bezogen haben soll. Zum Prozessauftakt vor fast acht Monaten hatte Stimming alle Vorwürfe zurückgewiesen. Er habe der IHK in 20 Jahren Ehrenamt keinen Schaden zugefügt. Stimming war 2013 im Zuge der IHK-Affäre zurückgetreten.

Während der Verhandlungen ist eine Ärztin dabei

Der Prozess zieht sich auch deshalb in die Länge, weil aufgrund von Stimmings Gesundheitszustand immer wieder Pausen gemacht werden müssen. Er sei schwerbehindert, leide an nächtlichen Atemaussetzern und Hüftbeschwerden, hatte er beim Prozessauftakt erklärt. Eine Ärztin ist während der Verhandlung im Gerichtssaal dabei.

Ursprünglich sollte der Prozess bereits 2016 starten, wurde wegen attestierter Gesundheitsprobleme aber mehrmals verschoben. Am gestrigen Mittwoch sagte der frühere Vorsitzende der Geschäftsführung der Rechnungsprüfungsstelle der IHKs als Zeuge aus. Der Prozess wird am 9. Januar fortgesetzt.

Zur Startseite