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1250 Polizeieinsätze an "normalem" Vatertag Verstöße gegen Coronaregeln, rechte Parolen in Werder

Silke Nauschütz

Am Himmelfahrtstag hatte die Brandenburger Polizei nicht mehr, aber auch nicht weniger zu tun als in den Vorjahren. Gruppenansammlungen mussten aufgelöst werden. Oft war zu viel Alkohol im Spiel - dadurch kam auch ein Mann im Beetzsee ums Leben.

Potsdam/Werder/Neuruppin/Brielow - Feiern auf Abstand: Der Himmelfahrts- beziehungsweise Vatertag musste in diesem Jahr coronabedingt anders ablaufen als gewöhnlich - die Polizei in Brandenburg zieht eine positive Bilanz. „Die meisten Brandenburger haben sich an die Abstandsregeln gehalten“, sagte Polizeisprecher Mario Heinemann am Freitag. 1250 Einsätze gab es laut Heinemann landesweit. Das seien ähnlich viele wie in den Vorjahren. Im Jahr 2019 wurden demnach 1220 Einsätze gezählt, 2017 waren es 1320.

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„Das war weitestgehend ein ganz normaler Vatertag“, so Heinemann. „Wir hatten die typischen Herrentagseinsätze.“ Einige Menschen seien in Gruppen unterwegs gewesen. Rund 200 Platzverweise und Belehrungen seien ausgesprochen worden. Eine Sprecherin der Polizeidirektion Nord sagte, es habe zahlreiche Unfälle unter Alkohol gegeben - vor allem mit Fahrrädern. Es waren nicht mehr, aber auch nicht weniger als in den Vorjahren.

Alkohol auf dem Wasser, rechtes Treiben im Garten

Die Wasserschutzpolizei kontrollierte am Donnerstag mehrere Sportbootfahrer auf der Havel, die erheblich alkoholisiert waren. Der erste Bootsführer wurde gegen 13.20 Uhr in der Nähe der Weißen Flotte in Potsdam gestoppt. Der 35-Jährige pustete 1,83 Promille. Der zweite 30 Jahre alte Bootsführer hatte einen Atemalkoholwert von 1,65 Promille und war auf dem Jungfernsee unterwegs. Der Dritte war ein 41-jähriger Bootsführer, der gegen 19.45 Uhr in Werder, unweit der Insel, mit 1,22 Promille angetroffen wurde. 

Am späten Donnerstagabend wurde die Polizei nach Werder (Havel) gerufen, da sich in einem Garten nach Zeugenaussagen mehrere Personen aufhielten und lautstark verfassungswidrige Parolen riefen. Festgestellt wurden auf dem Grundstück sieben Personen, die sich zunächst unkooperativ verhielten und sich nicht auswiesen. Weitere Personen flüchteten. Als die Beamten die Identität der Anwesenden feststellen wollten, wurde ein Polizist leicht verletzt, ein anderer wurde beleidigt. Die Polizei erteilte daraufhin Platzverweise und stellte Datenträger als Beweismittel sicher. Die zwei Männer wurden in Gewahrsam genommen. Während des Einsatzes der Beamten wurde durch einen bislang unbekannten Täter der Außenspiegel eines Funkstreifenwagens beschädigt. Hierzu ermittelt die Polizei nun auch wegen Sachbeschädigung und Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel. Die weiteren Ermittlungen führt der polizeiliche Staatsschutz wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie des Verdachts der Volksverhetzung.

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Stark alkoholisierter Mann ertrinkt beim Baden

In Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) musste die Polizei eine Gruppe von etwa 200 feiernden Menschen am Seeufer auflösen - sie hatten gegen die Coronabestimmungen verstoßen, hieß es. Platzverweise wurden ausgesprochen und fünf polizeibekannte junge Männer im Alter von 16 bis 21 Jahren in Gewahrsam genommen, wie die Polizeidirektion Nord mitteilte. Demnach wurde ein Polizist verletzt, er musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Laut Polizei wurden drei Anzeigen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte aufgenommen.

Ein Badeunfall endete für einen 43-Jährigen am Feiertag tödlich. Zwei Zeugen hatten den Mann zunächst aus dem Beetzsee bei Brielow (Potsdam-Mittelmark) geborgen, wie die Polizeidirektion West mitteilte. Rettungskräfte versuchten ihn wiederzubeleben - ohne Erfolg. Nach ersten Ermittlungen war der Mann trotz Warnungen von Freunden und Bekannten stark alkoholisiert ins Wasser gegangen, um offenbar anzubaden.

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An einer öffentlichen Badestelle in der Prenzlauer Chaussee in Wandlitz (Barnim) kamen bis zu 100 Menschen zusammen und haben es „offensichtlich mit den Abstandsregelungen der Eindämmungsverordnung nicht so genau genommen“, wie die Polizeidirektion Ost mitteilte. Auch sei es zu Körperverletzungen gekommen, dabei seien vier Menschen leicht verletzt worden. Die Badestelle wurde geräumt. „Alle Personen hielten sich an die Anweisungen der Beamten und verließen den Bereich“, wie die Polizei weiter mitteilte.

In Leegebruch (Oberhavel) kam ein betrunkener Autofahrer mit seinem Wagen von der Straße ab und wurde dabei leicht verletzt. Der Mann war mit seinen beiden Kindern (vier und sechs) unterwegs. Sie blieben unverletzt, wie die Polizeidirektion Nord mitteilte. Der 40-Jährige wurde nach Polizeiangaben mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, wo ihm auch eine Blutprobe entnommen wurde. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,11 Promille. mit dpa

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